September 2022.

Kraft.
Die letzten 14 Tage sind bis oben hin genährt mit Eindrücken, Erlebnissen, Gedanken, Emotionen und Fügungen.
Begleitet von der Veränderung physischer und gewohnheitsgeprägter Bedürfnisse und Prioritäten.
Verbunden mit der Fertigkeit des Annehmens, des Loslassens und des Hinzulernens auf praktischer und spiritueller Ebene.
Die Natur im Norden, in Swedish Lapland, hat Kraft. Ihre Stille hat eine Präsenz. Das Einatmen der überwältigenden Naturerlebnisse wechselt sich ab mit besonderen Begegnungen mit wunderbaren Menschen. So sehr ich genau diese Begegnungen zu Beginn aus Übersättigung der Zivilisation und dem Bedürfnis nach kompletter Einsamkeit umgehen wollte, so sehr wurde ich durch ihre Kostbarkeit überrascht und beschenkt.

Begegnungen
Da war Peter aus Deutschland. Ein erfahrener Hiker mit grosser Herzlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und Hilfsbereitschaft. Und einem umwerfenden Humor. Er hat uns 4km mit dem Böötchen über den See gepaddelt, ein wärmendes Feuer gemacht, sein Brot geteilt, uns zum Lachen gebracht.
Yael aus Israel, eine starke, selbstbewusste Frau die so dankbar um die Trinkwasserqualität aus jedem Gewässer unterwegs war (die sie in ihrem Land nicht kennt und die für uns so selbstverständlich ist). „Bär“, ein junger Mann aus Deutschland mit einer alten wissenden Seele.
Und dann Jonas, der feinfühlige Schwede der uns unter anderem eine Unterkunft in einem alten Pfarrhaus in Kvikkjokk verschafft hat, wo wir gemeinsam 1x an der Wärme übernachten und warm duschen konnten.
Danke Jonas
Wir alle teilten ein Stück des Weges.

Begleitung
Danke Sandra für Deine wertvolle Freundschaft und für Deinen mit Schokolade und Energieriegeln gefüllten „Bauchladen“. Ohne den ich wohl kaum überlebt hätte. Wir haben über das Gewicht unserer Rucksäcke geflucht und gleichzeitig haben sie uns unsere Autonomie ermöglicht.
Die Wegbeschaffenheit liess teilweise einen Kilometer wie deren 5 anfühlen. Oft war es eher ein Klettern anstelle eines Gehens. Peter nannte es Tortour anstelle einer Tour.
Grandiose Natur

Jeder Schritt musste mit Bedacht gemacht werden und mit voller Konzentration.
Wir haben nachts vor Kälte geschlottert und uns tags darauf wieder mit der Sonne versöhnt. Wir haben uns im eiskalten See gewaschen und uns die Chance einer Sauna der hoffnungsvoll angesteuerten STS-Hütten wo wir zwischendurch unsere Nahrungsvorräte auffüllen konnten, nicht entgehen lassen. X-mal haben wir die Zelte bei starkem Wind und Regen mit klammen Fingern auf- und abgebaut. Nachts lagen wir wach und wussten nicht ob wir mit den Zelten davon fliegen.
Wir wurden reich beschenkt durch die Offenbarung einer grandiosen Natur. Mit unglaublichen Weiten, Rentierherden, magischen Farben, Regenbögen und den Nordlichtern.

Ich durfte wieder ein klein wenig mehr demütig werden. Und werde versuchen, einiges davon zu verinnerlichen und in meinen Alltag mitzunehmen.
Der Körper ist zurück in der Zivilisation, die Seele braucht ihre Zeit um nach zu kommen.
Der Skierffe, im Hintergrund der Sarek Nationalpark

Wärme.

Im Land der Regenbögen.

Im Moment Sein.


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