Delfine.

In einer Bucht, beim Plage de Pors Pabu, nähe des Hafenstädtchens Le Conquet, wurden wir vor Jahren von einer Gruppe Delfine überrascht. Wir standen damals auf einem Klippenvorsprung und plötzlich waren sie da; sie tanzten vor unseren Augen im Wasser, zeigten ihre grossartigen Kunststücke und verschwanden irgendwann genau so schnell wieder, wie sie aufgetaucht waren. Welch eine Offenbarung.

Ich konnte mein Glück damals kaum fassen. Delfine berühren mich so sehr. An ihnen haftet eine Magie. Sie sind ausgestattet mit einer ganz besonderen Präsenz.

Mit wilden Delfinen zu schwimmen, ist noch immer einer meiner grossen Träume.

Wir haben diesen Ort jedesmal wieder aufgesucht wenn wir in der Bretagne waren. Verbunden mit der stillen Hoffnung, noch einmal das Glück zu haben, dass sie sich zeigen. Dass sie genau da an dieser Stelle wieder auftauchen. Und uns noch einmal mit ihrem Auftritt beschenken.

Aber Glück lässt sich nicht einfordern. Es tritt meist dann in Erscheinung, wenn man es am wenigsten erwartet. So bleibt jener Moment für immer ein besonderer.

Phare Kermorvan.

Am selben Küstenabschnitt, am vordersten Punkt dieser Landspitze, steht der Phare Kermorvan. Einer der vielen Leuchttürme an den Küsten.

Der Phare Kermorvan ist das Bindeglied zweier weiterer Leuchttürme auf einem wichtigen Seeweg. Er wird von beeindruckend starken Strömungen und Wirbeln umzingelt.

Wir stehen an den Steinmauern die den Phare umfassen und beobachten diese Naturkraft. Wer hier ins Meer fällt, wird chancenlos in den Atlantik hinaus getrieben. Oder aber von der starken Kraft der Wellen an die Klippen geschmettert.

Und dann, plötzlich, sehen wir sie; die Delfine!! Eine ganze Schule davon!! Sie schwimmen weiter draussen als letztes Mal, aber das schmälert unsere Freude nicht. Sie sind wieder da!! Was für ein Geschenk…

Strandflitzer.

Als wir unseren Übernachtungsplatz aufsuchen, ist es schon fast dunkel. Auch dieser Campingplatz hat seine Tore noch geschlossen. Aber der grosse flache Parkplatz davor bietet sich an.

Wir sind ganz nah am Plage des Blancs Sablons. Ein 2.5km langer, flacher weisser Sandstrand, der insbesondere bei Surfern sehr beliebt ist. Jedoch auch bei unseren Hunden;

Auf unserem Morgenspaziergang wird er für Chinook, Jamie und Taia zum Spielplatz und zur Rennbahn. Sobald die 3 Sand unter den Pfoten haben, flitzen sie übermütig los.

Meeresbewohner.

Le Conquet ist Hauptsitz der Marine Natural Park und der wissenschaftlichen Meeresforschung.

Beim Anblick all der klassischen Fischerboote im Hafen, zieht sich bei mir jedesmal das Herz zusammen. Ich denke an all die Meeresbewohner. Auch an die Delfine.

Auch sie sind oft Opfer des Beifangs. Sie verenden wie viele andere qualvoll in den Fangnetzen oder werden als „Abfall“ entsorgt. Es sind Millionen von Tonnen (!!!) Meereslebewesen. Jedes Jahr.

Diese Tatsache bringt unter anderem Arten an den Rand des Aussterbens.

Die Quantität des Fischfangs hat längst jedes vernünftige Ausmass überschritten. Auch ethisch. Die ganze Welt weiss das. Aber handelt nicht.

Altstadt.

Die Altstadt von Le Conquet ist charakterisiert durch die typisch alten Steinhäuser, die schmalen Gassen, durch die sanfte Beleuchtung und die vielen gemütlichen Bars und Einkehrmöglichkeiten. Auch wir gönnen uns zum Abschluss dieses Tages einen Schlummertrunk.

In dieser Nacht träume ich von den Delfinen.

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