Ein kurzer Nachtrag zum St. Patricks Day; Ich bin unterwegs auf der Morgenrunde mit den Hunden. Durch die Anlage der Cottages. Als ich wegen eines heranfahrenden Autos zur Seite stehen muss. Ein roter, in die Jahre gekommener Nissan mit einigen Dellen. Er hält an. Die Scheibe wird herunter gekurbelt. Ein grauer Bart, ein grünes Shirt, ein grüner Hut und zwei sympathische Augen lächeln mich an: „Guten Morgen, wie gehts?“ werde ich gefragt „hast Du gewusst, dass heute St. Patricks Day ist?“ „Ja, natürlich!“ gebe ich zur Antwort. „Das ist der Grund für Dein grünes Outfit, nehme ich an?“ „Genau!“ strahlt er zurück. „Und weisst Du was? Ich trage einen Kilt. Willst Du sehen?“ Natürlich will ich! Das lasse ich mir nicht entgehen.
Ich trete näher und werfe einen Blick durchs offene Fenster. Tatsächlich! Ein grün-blau karierter Kilt, hohe weisse Socken und dazwischen behaarte Männerbeine. Ich muss schmunzeln. „Wow! Das sieht cool aus! Du bist der erste Ire in einem Kilt dem ich begegne. Danke dafür!“ Er ist sichtlich stolz.
Wir wünschen uns einen schönen Feiertag und verabschieden uns voneinander. Wie gerne hätte ich ihn um ein Foto gebeten! Um dieses seltene Bild festzuhalten. Ich bin sicher, er hätte gerne und stolz posiert. Ich dachte in dem Moment gar nicht daran und ich hatte ohnehin kein Handy dabei. Es reute mich im Nachhinein jedoch ein wenig. Was soll’s. Wenn es ein soll, begegnen wir uns ein zweites Mal.
Zwei Tage später spazieren Rolf und ich wieder durch die Anlage und da steht er. Der rote Nissan. Daneben der Bärtige. Ohne Kilt diesmal. „Hallo zusammen, wie gehts euch denn?“ möchte er wissen „Seht gut. Du bist der Mann im Kilt“ erwidere ich lächelnd „Jawohl. Der bin ich. Ich heisse Tomas. Tomas Little“ wir schütteln uns die Hände.
„Du hast so gut ausgesehen in Deinem Kilt! Ich habs sehr bereut, mein Handy nicht dabei gehabt zu haben. Und ein Foto von Dir gemacht zu haben. Wie gerne hätte ich diesen bemerkenswerten Anblick auch mit Freunden geteilt.“ lasse ich ihn wissen. „Das macht nichts.“ meint er daraufhin freundlich „ich würde mich ja gerne noch einmal umziehen damit Du mich fotografieren kannst. Aber dafür brauch ich zu lange. Das dauert mindestens eine halbe Stunde bis alles richtig sitzt. Und ich muss gleich los. Aber wenn Du mir Deine Mailadresse gibst, sende ich Dir ein paar Bilder zu?“ „Gerne, das wäre grossartig! Danke“. Ich freu mich darüber! Und ich erhalte auch die Erlaubnis, seine zugesandten Bilder hier zu veröffentlichen. Das möchte ich selbstverständlich auch tun!
„Gibt es einen Gefallen, den ich im Gegenzug für Dich tun kann, Tomas?“ „Ja, das kannst Du. Indem Du weiterhin so lachst wie Du es jetzt gerade tust. Das ist das Wichtigste für uns Iren. Das Lachen im Leben nicht zu verlieren.“
Mach ich gern! Ich hab ja grad allen Grund dazu.
Hier Dein verdienter Auftritt, Tomas Little ;-))

Trauriger Fund.
Nachdem es tagelang sintflutartig geregnet und gestürmt hat, bricht am Mittwochmorgen endlich die Sonne durch. Wenn auch nur für einen kurzen Moment. Wir nutzen ihn, packen die Hunde und fahren an den Strand. Es ist Ebbe. Sie gibt den Strand frei und es regnet nicht. Grossartige Voraussetzungen für einen entspannten Walk.

Kurz nachdem wir losmarschiert sind, sehe ich in etwa 20m Entfernung etwas Seltsames am Strand liegen. Und wundere mich. „Schau mal da vorne. Liegt da etwa ein Schaf?“ frage ich Rolf. „Oje, ja das sieht so aus. Warte mal. Ich schau nach.“ Ich bleib mit den Hunden stehen. Es sieht zwar nicht danach aus, aber vielleicht lebt es ja noch und die Hunde könnten es in Stress versetzen.
Die Vermutung bestätigt sich leider. Das Schaf ist tot. „Oh nein wie traurig…wie ist es nur dahin gekommen? Woran gestorben“ Es ist seltsam.
Etwas weiter vorne, zwischen den Felsen, sind zwei Leute. Mit Körben. Algenfischer. Rolf beschliesst, sie über den Fund zu informieren. Vielleicht kennen sie den Besitzer und können wiederum ihn informieren.
Ich lasse Rolf mit den Leuten reden und bleibe mit den Hunden im Hintergrund zurück. Ich gehe ein paar Schritte weiter um mich von dem toten Schaf zu entfernen. Und dann sehe ein zweites da liegen. Das gibts doch nicht…
„Schau mal, da liegt noch ein zweites Schaf. Was ist nur passiert?“ lasse ich Rolf wissen als er zurück kommt. Er nickt und teilt mir mit, dass die Algenfischer es bereits wussten. Und dem Farmer mitgeteilt haben. „Sie sagten, der Sturm von letzter Nacht sei schuld. Die Schafe kommen von der kleinen Insel da draussen. Die ist exponiert. Ohne Schutz. Die Schafe müssen wohl in Panik geraten sein wegen dem Unwetter und wollten sich auf dem Festland in Sicherheit bringen. Dabei sind sie ertrunken. Das komme leider jedes Jahr vor.“
Ich drehe mich um, schaue das Schaf an und dann entdecke ich weiter hinten noch mehr. Es sind bestimmt 8 Schafe die da am Strand verteilt liegen. Möglicherweise noch mehr. Ich möchte nicht weiter spazieren, ein innerer Film läuft bei mir ab. Alle sind wohl hoch trächtig oder es sind auch ihre Babys ertrunken. „Lass uns zurück gehen, der Anblick ist derart traurig“ sage ich zu Rolf.
Ich frage mich, warum es sein muss, dass selbst auf diese kleine Insel Schafe raus geschippert werden? Ein Ort an dem sie sich offensichtlich ungeschützt fühlten? Wie muss die Panik gross gewesen sein, dass sie es wagten, ins Wasser zu springen und zu schwimmen. Und keiner war da, um das abzuwenden.
Die Bilder begleiten mich später noch in den Schlaf.
Weiterreise.
Endlich! Das Cottage ist sauber geputzt, den Schlüssel legen wir zurück in die Box und los gehts! Wir sind beide froh, weiter ziehen zu können. Bevor wir Clifden jedoch verlassen, haben wir einen Termin.
Zum dritten Mal auf dieser Reise müssen wir einen Tierarzt aufsuchen und die Hunde entwurmen lassen. Ohne diesen Eintrag in ihrem Pass können wir nicht auf die Fähre und nicht nach England einreisen. Diesmal haben wir den Termin im Vorfeld in einer Klinik vereinbart. Keine Spontanaktion im letzten Moment mehr wie in Schottland ;-)) Alle drei werden kurz durch gecheckt, erhalten die Entwurmungstablette und wir den notwendigen Eintrag.
Auf geht’s in Richtung Osten der Insel. Nach Rosslare. Die Entscheidung, via England nach Frankreich zurück zu reisen anstelle wie erhofft mit einer direkten Fährverbindung von Cork nach Roscoff, fiel dadurch, dass sich kein Anbieter fand der in dem für uns möglichen Zeitraum eine Dog-Lounge oder spezielle Kabinen anbot in welchen Hunde mitreisen dürfen.
Stattdessen müssten die Hunde abgegeben und während der 14 stündigen Überfahrt in speziellen Boxen untergebracht werden. Damit konnten wir uns nicht anfreunden. Wir entscheiden uns für die Alternative der Überfahrt von Rosslare nach Pembroke. Und dann am Wochenende von Dover nach Calais.
Je mehr wir uns der Ostküste nähern, je freundlicher wird das Wetter. Schafherden gehen mehr und mehr über in Kuhherden.
Für 2 Nächte, unsere letzten in Irland, haben wir uns auf einem sehr sympathischen Campground nahe des Hafens von Rosslare eingerichtet. Dem St.Margret‘s Beach Caravan und Camping Park. Klein, ruhig und gemütlich. Bei Bedarf mit frühmorgendlichen Yogastunden mit der sympathischen jungen Campgroundbesitzerin persönlich, im Angebot.
Ein friedlicher Ort, ein blauer Himmel, was für ein Geschenk!
Schnell sind wir eingerichtet, der Trailer aufgebaut und der flexible Zaun aufgestellt. Wir fragen den Campwart bei der Ankunft stets, ob sie damit einverstanden sind. Bisher war es auf keinem Campingplatz ein Problem. Im Gegenteil. So gibt es keine Konflikte.
Hunde müssen jeweils stets angeleint sein. Diese Lösung mit dem Flexzaun jedoch, ist sowohl für die Hunde als auch für uns eine entspanntere Alternative.

Wir freuen uns auf den bevorstehenden, letzten Tag in Irland!!

Hinterlasse einen Kommentar