Die Bretagne ist ein Ort der Dimensionen.
Ein Ort der Kraft, der Farben und ganz besonders, des Lichts.
Aber auch ein Ort der Legenden. Eine davon, möchte ich hier mit euch teilen.
Der Abendspaziergang mit den Hunden, hoch über dem Nordatlantik auf einer Landzunge zum Point du Van , führt uns zu einer kleinen, alten im 17. Jahrhundert erbauten Kirche.
: Bretonische Legenden.Die Chapelle Saint-They.

Sie befindet sich unmittelbar an der Steilküste des Kap Pointe du Van, am Rande einer Klippe.
Wir werden beide von einer besonderen Energie erfasst. Verbunden mit dem Bedürfnis, einen Moment an dieser Stelle zu verweilen.
Die ins Meer versinkende Sonne, taucht die alten Gemäuer in ein warmes gelbes Licht.
Wir sind alleine hier. Bis ein aufgeschlossener älterer Herr auftaucht und uns anspricht. Ein Bretone. Ein Einheimischer. Das ist immer spannend! Weil diese Leute so viel wissen über eine Gegend.
Im Laufe des Gesprächs, erzählt er uns folgende eindrückliche Legende über diesen Ort:
Leuchtfeuer.
Vor langer, langer Zeit , als es den Leuten hier nicht so gut ging, trieb sie die Armut dazu, auf diesen Klippen grosse Leuchtfeuer zu entfachen. Diese waren aus weiter Ferne vom Meer aus zu sehen. Was Sinn und Zweck der Sache war.
Schiffe mit Schätzen und Nahrung an Bord, sollten damit angelockt werden. In der Hoffnung einer sicheren Anlegung und an Land willkommen zu sein, schipperten die Schiffe jedoch in eine Falle; an keinem anderen Ort dieses langen Küstenabschnittes sind die Strömungen und Wirbel derart gefährlich, wie hier. Das wurden den angelockten Schiffen zum Verhängnis.
Sie liefen auf den Riffen auf und zerschellten an den scharfen Klippen.
Die Schiffe wurden geplündert. Gold, Wertsachen, Material und Nahrung. Überlebende wurden getötet. Bis hierhin ist die Geschichte wahr. So hat sie sich angeblich wirklich zugetragen.
Heiliger Bimbam.
Die Kapelle vor welcher wir stehen und uns der Herr diese Geschichte erzählt, war „Augenzeugin“ bei diesen Plünderungen. Sie spielt nachfolgend eine wichtige Rolle bei der daraus entstandenen Legende:
Noch heute würde nachts plötzlich deren Glocke läuten. Wenn das passiere, müsse man sich in Sicherheit bringen. Es sei das Zeichen dafür, dass dann der Sensemann hier oben auf den Klippen unterwegs sei. Eine grosse Gestalt, in schwarzem Gewand. Jeder Mensch, der dann noch draussen sei, wird eingefangen und mit in den Tod genommen.
Es sei die Rache all dieser getöteten Seelen aus der Zeit der Meuterei, die keine Ruhe finden.
In der naheliegender Bucht würden die Seelen der Verstorbenen immer noch darauf warten, dass das Totenschiff auftauche, um sie ins Jenseits (hinter dem Horizont) zu bringen.
Damit sie dort endlich ihren Frieden finden.


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